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Apfelwochen in der Oberschule

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Bild zur Meldung: Apfelwochen

Apfelwochen in der Oberschule

 

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Arbeitslehre-Kurse aus den Jahrgängen 7 bis 9 packten wir bei der diesjährigen Apfelernte tatkräftig mit an. Die Äpfel stammen noch von den alten Bäumen, die früher Teil des Schulgartens waren. Die Bäume hingen so voll, dass wir im Stehen mehr ernten konnten, als unser guter, alter Lagerraum im Keller aufnehmen wollte.

 

Die Jungs aus dem Jahrgang 9 konnten natürlich nicht anders, als aus der Sache einen Wettbewerb zu machen. Nicht etwa, wer seinen Eimer zuerst voll hat, das wäre ja zu einfach gewesen, nein die Disziplin lautete: Wer kann am weitesten werfen? Die Mädchen hingegen nutzten die Lage für eine ausgedehnte Selfie-Runde. Was toleriert man nicht alles, damit die Kids anschließend wieder mit echter Energie an die Arbeit gehen? ApfelwochenDie Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 8 durften einige der Äpfel gleich weiterverarbeiten. Sie suchten sich eigenständig Rezepte heraus, ich gab nur ein paar Kriterien vor, Schwierigkeitsgrad und Zeitfaktor. Nach unserer Lehrunterweisung in der Küche ließ ich sie in ihren Teams kochen und backen. Es waren anstrengende Stunden, aber herrliche, genau diese Mischung aus Chaos und Erfolg macht Unterricht lebendig.

 

Besonders lehrreich und amüsant war, dass keine Gruppe ihr Rezept wirklich von Anfang bis Ende gelesen hatte. Kleine Fehler gab es zuhauf. Wie Blätterteig in gleich große Teile teilen und nicht einfach drauflos schneiden, sondern abmessen. Und nein, das Öl, dass für die Pfanne gedacht war, gehört nicht in den Teig. Solche Missgeschicke zeigten mir mehr als alles andere das unsere Schülerinnen und Schüler an der richtigen Schule sind. Als berufsorientierte Oberschule fangen wir früh genug an, sie auf die Realität vorzubereiten. Mathematik beim Abmessen und Deutsch beim richtigen Lesen sind eben nicht optional, wenn man später in einer Küche bestehen will.

 

Am Ende waren alle zufrieden, die Teller waren leergegessen, die Gesichter glücklich und unser Lagerraum im Keller ist immer noch gut gefüllt. Wir werden noch eine Weile von diesen Äpfeln zehren können. Mein Fazit aus den Apfelwochen: Wenn man sich an die eigene Jugend erinnert und nicht jede Kleinigkeit überdramatisiert, hat man die Jugendlichen schneller wieder bei der eigentlichen Arbeitsaufgabe. Gemeinschaft, Zusammenhalt und ein bisschen Freiraum für spontane Wettkämpfe bringen uns dem Ziel näher, denn Lernen kann auch Spaß machen!

 

A. Jahn

Fachlehrerin WAT